Autorenarchiv

Planetary Control, bitte melden

Sonntag, 21. Februar 2010
“Planetary Control, bitte melden. Hier spricht die EUDA Atlas. Erbitten Genehmigung zur Einleitung der Landesequenz. Annäherungsvektor erreicht, Orbitallage stabil.” planetary_control

Die in der Sonne golden glänzende Iteron schwamm in einem Meer aus Milliarden von Kleinstasteroiden, die Teil des komplexen Ringsystems waren, den Planeten umgebend, wie ein Reifen aus Pappelholz. Als das Schiff den Hauptring durchstieß, war ein Knistern zu hören. Gestein, das im Schutzschild verpuffte wie Eis auf einer heissen Platte.

EUDA Atlas, hier Planetary Control. Sie haben Genehmigung zur Einleitung der Landeprozedur.
Willkommen Mogandi und Crew.”

Ich aktivierte den Autopiloten und sofort rastete der planetare Leitstrahl ein. Ich lehnte mich zurück, atmete tief aus. Im Laderaum dieses Transportschiffs befanden sich Maschinen, Verarbeitungsgerätschaften und Generatoren zum planetaren Erzabbau. Nach Jahren mühevollen Asteroidenschürfens hatte ich es geschafft genügend ISK anzuhäufen, um den nächsten Schritt zu wagen. Meine wochenlangen Recherchen hatten dieses System ausfindig gemacht. Ich musste Kontakte schmieren, Piraten bestechen. Doch jetzt konnte ich sicher sein, dass dieses Nullsec-System bereit war, für eine planetare Industrialisierung.

Eine neue Zeit brach herein.

timeleiste_planetarycontrol

Ich bin Produzent

Sonntag, 3. Januar 2010
“Ich bin Produzent und Bergwerker. Ich baue ab, was ich zum verarbeiten benötige. Wenn ich da draußen bin, im kalten harten All, habe ich keine Wahl. Es geht nicht darum nur das Beste vom Besten zu finden. Es geht darum zu minern,sich das Brot in den Laderaum zu minern und sich den Rücken von Piraten frei zu halten. Und der beste Weg dafür ist erst mal loszuziehen, sich auf die Suche zu machen. lonely_miner

Fliege da raus für ein paar Wochen und erkundschafte Asteroidengürtel, finde raus wo sich der Abschaum des Kosmos verbirgt. Dann setze dich in deine Barke und mach dich auf den Weg. Hab immer einen Ersatzplan, sei gut vorbereitet, denn du weisst nie was dich wirklich erwartet.

Meine Auftragsbücher sind voll. Zu wenig Zeit um alles heranzuschaffen was ich eigentlich bräuchte. Barlea hilft, aber sie ist auch nur ein Mensch.

Ich bin Produzent. Ich baue ab was ich benötige. Ich bin auf mich alleine gestellt, da draußen. Meine Maschinen und ich. Meine Freunde sind weit weg. Die Asteroiden, die Maschinen, das All.

timeleiste5

Eine Fracht voll Staub

Freitag, 6. November 2009

Die Augen brannten. Die dicke Lady stand still im Raum. Hier wollte ich verweilen, es zu Ruhe kommen lassen, denn  ich wusste, die folgenden Tage würden genauso anstrengend werden, wie die Tage zuvor. Doch statt hartem Erzabbau würde mich nun die anstrengende Frachternavigation auslaugen. Die Augen geschlossen und die Hände auf dem Panel, spürte ich, wie meine innere Vibratione langsam abschwächte, wie das dumpfe Gefühl im Kopf einer weichen Müdigkeit wich. Die erste Hälfte der Etappe war überstanden.

 Ich hatte Piraten in den Asteroiden Gürteln überstanden. Ich hatte noch Piraten auf meinem Weg zu überstehen. Ruchlose, suizidalle Ganker. Konnte ich gegen die Piraten in den Gürteln meine Drohnen einsetzen, war ich auf dem Rückweg auf Concord angewiesen. Würden Sie nur wenige Sekunden zu spät kommen, würde ich nicht nur mein Schiff  verlieren, sondern auch die Fracht. Ohne die Augen zu öffnen, tipte ich auf das Panel. Sofort setzte sie sich in Bewegung, träge ihrem Schicksal entgegen, ungewiss unserer Zukunft. Und ich in der Gewwissheit, nichts weiter tun zu können, als die sicherste und schnellste Route zu berechnen und auf die aktuellen Kometenbewegungen achtzugeben.

Ein Fetzen Erinnerung

Freitag, 23. Oktober 2009

Als ich das Pad beiseite legte und unter stechenden Nackenschmerzen meinen Kopf hob, blickte ich auf den 22. Sonnenaufgang dieses Tages. Er war um ein weniges schöner als die 21 zuvor, was nicht nur daran lag, das ich soeben eine Lektion beendet hatte, sondern auch daran, das der Winkel beim 22. Mal so günstig steht, das die Atmosphere des Planeten besonders eindrucksvoll leuchtete.

Die Lektionen waren hart. Und der 22. Sonnenaufgang war für mich in den ersten Monaten das einzige worauf ich mich freuen konnte. Von meinem Meister erhielt ich wenig Bestätigung, und auch die anderen Priester und Schüler waren wenig gesprächig bis wortkarg.

Ich stand auf und schüttelte mich, um mich von dem Dunst frei zu machen, der auf meiner Seele lag. Nachdem ich mir Hände und Gesicht gewaschen hatte, beschloss ich in den Speisesaal zu gehen, um mich etwas zu stärken. Zuvor versicherte ich mich, das der Knoten meiner Sutane gut saß. Denn unter ihm verbarg ich einen kleinen Schatz, das Einzige, dass sie mir gelassen hatten. Es war der Auszug eines gallentianischen Versbuches, mit philosphischen und religionskritischen Absätzen, die eigentlich verboten waren. Ein älterer Schüler hatte mir den Fetzen während einer Übung zugesteckt und ich hatte ihn seither gehütet, wie eine Schatzkarte. Mittlerweile konnte ich die Verse auswendig, hätte das kleine Stück Papier also nicht gebraucht. Und dennoch hielt ich mich fest daran, war es doch das Einzige, was mich ,wenn auch nur entfernt, an meine alte Heimat erinnerte.

timeleiste_erinnerung

Die Sprungerfahrung

Dienstag, 21. Juli 2009
Für die Anderen war dieser Moment wie jeder andere auch. Einer von Hunderten, oder Tausenden. Eine Alltäglichkeit, eine Banalität des immer Gleichen. So beiläufig und nebensächlich wie hundert andere Dige auf diesem unbedeutenden Flug. Für mich jedoch war dieser Moment einer der beeindruckendsten und magischsten und nur Weniges kam je wieder an dieses Gefühl heran.Es war mein erster Sprung durch ein Sprungtor. first_jump

Wohin wir flogen weiß ich heute nicht mehr. Aber ich weiß noch genau wie ich schon Tage zuvor darüber nachdachte, wie so ein Sprung sein würde, wie es sich anfühlen würde durch gefalteten Raum gepresst zu werden. Mein Vater hatte mir mal ein Rätsel aufgegeben, indem es darum ging ein Ei in eine Flasche zu bekommen. Durch den Unterdruck in der Flasche wurde das Ei hineingesogen. Dieses Bild hatte ich also im Kopf, und ich hoffte, das ich nur annähernd die Eigenschaften des Eies hatte.

Jetzt aber waren wir abgedockt und hatten uns ausgerichtet. Als wir aus dem Warp fielen und wir uns dem Sprungtor näherten, quatschten die Erwachsenen über Belanglosigkeiten, oder Dinge von denen ich nichts verstand. Ihre Worte gingen an mir vorbei, denn mein Blick war ganz auf diesen imposanten Anblick geheftet. Dutzende von Schiffen verschwanden in einem Lichtblitz durch das Tor und wir warteten auf unsere Sprunggenehmigung. Als sie eintraf, fing es sofort an: Ein Lichtblitz entstand, ich schloss die Augen, und als ich sie wieder öffnete, schien die Zeit wie eingefroren, oder sehr langsam fließend vor meinen Augen zu wabern. Lichtfunken stoben aus den Objekten, den Menschen, dem Raum. Ich hob meine Hand und betrachtete sie, die leuchtete und glühte wie ein brennender Magnesiumstreifen. Ich war mir nicht sicher, ob das normal war, denn niemand sonst bewegte sich.

Da sah ich in all dem Licht und Geräusch um mich herum – es war ein ohrenbetäubernder, kakophonischer Lärm – leichte Strukturen, wie Skizzenzeichnungen. Es war mir als trögen mich meine Augen. Doch auch die Kakophonie schien sich nun zu klären. Da sah ich etwas, was so wunderschön war wie nichts vergleichbares im Normalraum. Es war wie die Ordnung des Kosmos, die Linien der Zeit, die pusierend and mir vorbei und durch mich hindurch strömten. Das Geräusch wandelte sich zu Musik und es war als hätte mir jemand erlaubt auf die Rückseite des Universums zu schauen.

Da knüllte sich all das Licht und die Musik zusammen und hinterließ ein farbloses und stilles Universum, indem nun alles wieder normal zu sein schien. Wir waren durch das Tor gesprungen.

Es sollte Jahrezehnte dauern, bis ich etwas vergleichbares erleben sollte.timeleiste_firstjump

Der erste Shuttleflug

Donnerstag, 25. Juni 2009
“Meister Urera nickte mir nur noch einmal kurz zu, dann schloss er die Luke. Der Shuttle setzte sich in Bewegung und wurde zum abdocken eingereiht. Die Beschleunigung merkte ich nicht, denn die Trägheitsnavigatoren waren gut justiert. Und dennoch fuhr es mir in den Magen, als ich mit 500 Metern die Sekunde in den freien Weltraum rausgeschossen wurde. Meine feuchten Hände lagen auf den Kontrollen, ich war ganz auf mich alleine gestellt. shuttle_bump

 Zunächst musste ich herausfinden, wie sich der Shuttle navigieren ließ. Kleine Manöver mit Normalantrieb waren leicht zu kontrollieren. Für einen Warpsprung  hatte ich allerdings noch keine Einweisung erhalten und auch keine Anweisung meines Meisters. Also surrte ich mit meinem Schiffchen außerhalb der Station herum und genoss die Aussicht.
Als ich 55km von der Station entfernt war, programmierte ich einen stationsnahen Orbit von 5 km. Der Rückflug würde einige Sekunden dauern und so erlaubte ich mir einen Blick auf den Kommunikationskanal als ich plötzlich aus meinem Sitz katapultiert wurde. Der Schiffscomputer hatte automatisch einen Kurs zur Station berechnet, der mich direkt vor die Abdockschneiße brachte, wo ich prompt mit dem Kampfschiff unseres Priors zusammenstieß.

Als ich später den Schaden begutachtete, bemerkte ich welches Glück ich gehabt haben musste. Neben einigen Schrammen auf der Hülle und einem abgebrochenen Warpsensor war nichts weiter an meinem Shuttle beschädigt worden.
Vom Prior allerdings hörte ich nichts. Wie mir später Meister Urera erzählte, als ich neugierig nachfragte, warum ich dafür nicht bestraft wurde, blickte er mich nur kurz an und sagte dann, mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, den man eventuell als ein Lächeln hätte deuten können: Hätte der Prior die Kollision bemerkt, dann wärst du schon lange nicht mehr da.

Ohne weiter nachzufragen ging ich rasch in den Tempel und dankte den amarrischen Göttern.”

timeleiste_amarrshuttle

Nach getaner Arbeit

Mittwoch, 17. Juni 2009
“Ein Zischen und Donnern hatte ich noch immer im Ohr, obwohl die Bergbaulaser schon längst abeschaltet waren, als ich schließlich aus der Luke meiner Barke stieg. Völlig verdreckt und vereist stand sie da. Gezeichnet von12 Stunden Arbeit im Asteroidengürtel, die einen dicken Belag aus Eis und Staub hinterlassen hatte, von der Strahlung der Sonne und den Kanonen der Piraten, die mich versuchten von ihren Radarschirmen zu pusten. barke

Mein Körper pulsierte vom Rhytmus der Barke, die Augen brannten und der Mund war pelzig. Nur ein Ziel hielt mich im Moment noch auf den Beinen und so schritt ich, obwohl kaum bei Sinnen, durch die Gänge der Station, geradewegs auf diese eine Tür zu, aus der dumpfe Geräusche kamen.

Mit einem Zischen ging die Tür auf und ich war sofort inmitten wabernder elektronischer Musik, verzerrter Gitarrengeräusche, hunderte Stimmen, die Sangen und lachten, schwitzende Körper, rieben zum Rhytmus aneinander, dünsteten den Stress des Tages aus und feierten die Party ihres Lebens, denn sie hatten den heutigen Tag überlebt.

Langsam zwengte ich mich an den Leuten vorbei, grüßte  nur knapp, da ich mich nicht aufhalten lassen wollte.  Jemand klopfte mir auf die Schulter, doch ich ignorierte ihn.  Ein paar Händeschütteln später fand ich sie endlich. Durch einen Tunnel, der sich extra für mich gebildet zu haben schien, sah ich sie schließlich, mit dem Rücken zu mir, in einem Kleid and der Bar stehend, lachte und fuhr sich durch ihr rotes Haar. Ich näherte mich von hinten, legte meine Hände auf ihre perfekt geformte Taille und biß ihr zärtlich in die markante und weiche Schulter.”

timeleiste_barke

test

Mittwoch, 17. Juni 2009

although i tried to update and it wiped my page i was able to get it back again with renaming the .maintainance file in the root system of wp.

Töte John Pike

Donnerstag, 4. Juni 2009
“Als ich an diesem Morgen mein Büro betrat, ließ nichts darauf schließen, das sich dieser Tag von allen anderen unterscheiden sollte. Ich setzte mich also und loggte mich ein, da bemerkte ich ein Blinken im Augenwinkel. Auf dem Corporation controle panel blinkte das Symbol für neue Aufträge eingetroffen. Ich öffnete und sah einen Vertrag für Mineralien, den ich sogleich ansah und seinen Betrag im Kopf überschlug. Es schien alles okey zu sein, doch als ich die Transaktion starten wollte, bekam ich eine Fehlermeldung, die ein Gefühl seltsamen Unbehagens auslöste: ‘Transaktion nicht ausführbar.’ wallet

 

 Ein jähes Ziehen fuhr durch meinen Magen und mein Puls stieg schlagartig. Das Blinken des Corpkanals kam mir nun auffallend eindringlich vor und als ich ihn öffnete, schlugen mir auch schon die ersten Meldungen entgegen. ‘Guten Morgen Mogandi, bevor du noch irgendwas machst, setz dich und bleib ganz ruhig.’ Da war mir klar, das dies ein spezieller Tag sein würde.

Mit zitternder Hand öffnete ich die Kontoübersicht, und weil es keine Überraschung mehr war und ich eigentlich schon genau wusste was passiert war, veränderte sich mein Gefühl nicht, als ich sah, das unser Konto vollkommmen ausgeräumt war. Ich öffnete die Inventarliste und blätterte durch die verschiedenen Hangars. Ich scannte die letzten Transaktionen in den Logs, bis ich endlich einen Namen hatte: John Pike.

Da schloss ich die Augen und erinnerte mich an eine mentale Technik, die mir Meister Urera beigebracht hatte. Meine Hand wurde ruhig, der Puls verlangsamte sich und eine intensive Wärme und Zuversicht durchströmte mich. Mit mörderischem Lächeln schlug ich die Augen auf, öffnete den Corpkanal und tippte: ‘Befehl an alle: Macht eure Schiffe klar, wir gehen auf die Jagd.’ ”

 

wallet

Zu den Katakomben

Sonntag, 31. Mai 2009

 

“Meister Urera stapfte voraus. Ein feuchter und modriger Geruch schlug uns entgegen, als er die schwere Metalltür aufzog. Die Stufen waren kaum zu sehen und bei jedem Schritt hoffte ich, dass die Treppen nicht plötzlich aufhörten und ich ins Leere fiel. Die Plasmafackel meines Meisters leuchtete nur schwach und man hätte meinen können das war Absicht, um mich auf die mysteriösen Katakomben vorzubereiten. Obwohl wir immer tiefer in die Erde stiegen, wurde es nicht kühler, sondern wärmer. Da erreichten wir endlich die Sole und wir traten durch eine weitere Metalltür in einen Vorraum. scroll

 

Als ich den Schweigeschwur abgelegt hatte, traten wir endlich durch den Vorraum. Die Salbe auf meiner Stirm biss in meine Augen und so kam mir das Licht der Plasmafackel plötzlich sehr viel heller vor. Der Raum, der nun kam, glich in seiner Architektur eher einem Schiffshangar, obwohl er nicht mit Schiffen und Kränen, sondern mit gigantischen, für ihre Höhe sehr schmale Regale vollgestellt war. Der Eindruck wurde zudem verstärkt, da nur zu Beginn jeder Regalreihe eine Plasmafackel schwach glomm und das Licht trotz der Salbe auf meiner Stirn bald von einer tiefen Dunkelheit verschluckt wurde. An die Einhundert Regale mochten da gewesen sein. Und ebenso unzählige Mannshohe Tische ohne Stühle, an denen es umöglich gewesen wäre zu sitzen oder eine bequeme Position einzunehmen. Meister Urera schritt ungenommen weiter, in die tiefe Schwärze. Völlig überwältigt war ich zunächst stehengeblieben. Nun aber flatterte meine Kutte, als ich versuchte zu meinem Meister aufzuschließen.”

timeleiste